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Jasper Nationalpark - Columbia Icefield
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Samuel Degen
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Gastbeiträge

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Unterkategorien
Bolivien - Peru / Jürgen und Andrea Schmid (691)
Allgemeine Reiseinformationen
Reisen über Land / Straßen- und Eisenbahnverkehr

Das Land ist verkehrsmäßig noch wenig erschlossen. Es gibt nur etwa 3.000 km asphaltierte Landstraßen. Alle anderen Verbindungswege (Schotterpisten, Geröll- und Feldwege; wenige Brücken) sind während der Regenzeit oft tagelang nicht passierbar. Besonders betroffen ist zur Zeit die Strecke nach Nordosten, Reisenden wird geraten sich vor Ort über die aktuelle Situation zu informieren.

Aufgrund der besonderen Gefährdungssituation rät die Botschaft dringend von Überlandfahrten mit Pkw oder Bus bei Dunkelheit ab. Die Straßen sind in der Regel nicht beleuchtet. Gleiches gilt oft auch für andere Verkehrsteilnehmer, die sich auch nicht immer an die geltenden Vorfahrtsregelungen halten.

Das Eisenbahnnetz, das nur einen geringen Teil des Landes abdeckt, ist für Reisen über längere Strecken nur bedingt geeignet.

Telefon

Die Telefonvorwahl aus Deutschland für Bolivien und La Paz lautet 00591 - (2) + Anschlussnummer (7-stellig).

Es besteht die Möglichkeit, aus Bolivien mit einer kostenlosen Telefon-Nr. ein Gespräch nach Deutschland zu führen. Die Telefongebühren zahlt der Teilnehmer in Deutschland. Die bolivianische Telefonnummer lautet: 800 - 10 - 0049 + Vorwahl mit 0 + Anschlussnummer in Deutschland.

Geld / Kreditkarten

Neben der bolivianischen Währung Boliviano wird auch der USD in weitem Umfang akzeptiert. Mit einer deutschen EC-Karte kann man bei vielen Bankautomaten Bargeld abheben, sofern die EC-Karte das "Maestro“-Symbol trägt. Daneben werden in den größeren Städten auch die allgemein üblichen Kreditkarten akzeptiert. Da der Wechselkurs für den Euro wesentlich ungünstiger ist als der des Dollars, empfiehlt es sich, Bargeld in Dollar mitzunehmen (vorzugsweise kleine Stückelungen).

Touristische Auskünfte

Viceministerio de Turismo, Avenida Mariscal Santa Cruz, Palacio de Comunicaciones,16. Stock (Eingang durch den 17. Stock), Casilla 1868, La PazTel.: 236 74 41, 236 74 64, 236 74 63, Fax: 237 46 30E-Mail: t-mercadeo@mcei.gov.bo

Information für Bergsteiger

Club Andino BolivianoCalle México N° 1638Tel./Fax: 231 28 75Casilla 1346, La Paz

Rufnummer der Polizei in Notfällen

Tel.: 237 12 30 (La Paz)

Quelle: www.auswaertiges-amt.de

Zimbabwe / Andrea Liere (0)
Erinnert sich noch jemand an dieses Land namens Simbabwe, wo dieser Diktator Mugabe die ganzen weißen Farmer vertreiben wollte? War den kommerziellen Medien ja immer eine Titelseite wert, bis sie dann auf den Irak umgestiegen sind. Demnach ist die Unterdrückung jetzt zu Ende? Äääh... nein, eigentlich ist es in Wirklichkeit schlimmer geworden, die SimbabwerInnen leben in einem inoffiziellen Ausnahmezustand. Demnach sind der revolutionäre Robert Mugabe und seine Partei immer noch damit beschäftigt, gegen gierige weiße Farmer zu kämpfen? Nicht ganz. Minister der Regierungspartei Zanu PF und Bonzen reißen sich die besten Farmen unter den Nagel. Und vielleicht aben die kommerziellen Medien auch vergessen, Euch zu erzählen, daß auf einen getöteten weißen Farmer ungefähr 20 schwarze OppositionsanhängerInnen kommen, die auch ermordet werden.
Und wie sieht dieser Widerstand aus? Nun, de Widerstand hat alle möglichen Formen angenommen, aber die bei weitem revolutionärsten und lustigsten sind die Graswurzelgruppen. Eine solche Gruppe ist WOZA (Women Of Zimbabwe Arise, Frauen Simbabwes steht auf!), ein aktionsorientiertes Netzwerk von Frauen aus den Gemeinschaften, das ein gesundes Mißtrauen gegen Hierarchien pflegt. Die Ghettofrauen, die das Netz aufgebaut haben, hatten genug davon, zu sehen, wie Leute Machtpositionen anvertraut bekommen und sie dann ausnutzen, darum entwickelten sie ein Netzwerk mit Sponti-Geist und dezentralisierter Struktur. Um ein Teil von WOZA zu sein, ist kein Mitgliedsausweis nötig, laut Jenni Williams, einer der eifrigen WOZA-Gründerinnen, braucht frau nur "zwei von diesen" – zwei Brüste! Sie haben eine Lawine direkter Aktionen gegen das Mugaberegime ausgelöst, von Demos gegen repressive Sicherheitsgesetze bis zu Aktionen gegen die Inflation. Neulich, am Welt-Flüchtlings-Tag, organisierten WOZA-Mitglieder eine Aktion, um dagegen zu protestieren, daß SimbabwerInnen von einem gewalttätigen Staat zu Flüchtlingsschicksalen gezwungen werden. 33 wurden in der Stadt Bulawayo im Süden des Landes verhaftet. Ein Dutzend weitere Frauen bahnten sich daraufhin unerbittlich ihren Weg zur Polizeiwache und forderten, ebenfalls verhaftet zu werden, aus Solidarität mit ihren Genossinnen! Langsam aber sicher knüpfen Graswurzelgruppen wie WOZA Netze der Freiheit mit ihren unwiderstehlichen Ideen von Demokratie zum Mitmachen, freier Rede und Liebe.
Quelle: ttp://www.ainfos.ca/04/jul/ainfos00265.html

USA-West / Andrea Liere (146)
Seychellen / Andrea Liere (176)
Die Seychellen bieten eine tolle Auswahl an Traum-Urlaubs-Zielen, ein Seychellen Urlaub verspricht eine paradiesische Inselwelt im Indischen Ozean.

Die Inseln
Das Staatsgebiet der Seychellen, stattliche 390.000 qkm, besteht eigentlich nur aus Wasser, wird gebildet von einer gigantischen Seefläche knapp südlich des Äquators. Nur etwa 450 qkm davon sind Land, verteilt auf 115 bis 120 mehr oder weniger grosse Inseln.

Ihrer Entstehung entsprechend teilt man sie in die Inneren- oder Granitinseln und die Äusseren- oder Korallen-Inseln, die durch das Wachstum von Steinkorallen gebildet wurden. Zu den Inneren Inseln zählen die Tourismus-Klassiker wie Mahé, Praslin und La Digue sowie ca. 30 weitere mit so klangvollen Namen mit so klangvollen Namen wie Frégate, Silhouette oder Curieuse.
Mahé ist dabei die grösste Insel mit etwa 27 mal 8 Kilometern, gefolgt von Praslin.
Die Äusseren Inseln sind absolute Naturparadiese wie etwa die Amiranten oder das Weltnaturerbe des Aldabra-Atolls.

Die Granitinseln sind erdgeschichtlich sehr alt, als sich die Kontinente des Gondwanalandes vor ungefähr 200 Millionen Jahren teilten, blieben die Inseln als Bruchstücke der Naht zwischen Afrika und Indien im Meer zurück.

Die Koralleninseln sind wesentlich jünger, die Riffe haben nur um die 1-2 Millionen Jahre gebraucht, um aus dem flachen sonnendurchfluteten Meer emporzuwachsen.

Quelle: http://www.afrikaaktuell.de/Seychellen/info.html

Kilimanjaro 2006 - Fotos von Dr. Oliver Pongratz (247)
Der Bildbericht von Oliver Pongratz ist beeindruckend.

Ein Jahr zuvor hat im Juni 2005 auch HP Pott aus Karlsruhe zusammen mit fünf Freunden den Kilimanjaro auf der gleichen Route wie Oliver Pongratz bestiegen. Er lieferte uns einen ebenso beeindruckenden Reisebericht. Ich habe mich entschlossen, diesen trotz seines Umfangs hier zu veröffentlichen:

"Die Besteigung des ehemals höchsten deutschen Berges –der Kaiser-Wilhelm-spitze (5 895 m),
besser bekannt als Kilimanjaro.

Die Idee:

Aus einer Laune bei einer Feier zum 50. Geburtstag heraus entstand nach und nach der konkrete Plan, den höchsten Berg Afrikas zu erwandern. Aus der interessierten Schar kristallisierte sich ein harter Kern von sechs Männern, überwiegend in fortgeschrittenem Alter, heraus, die den Stoff für Erinnerungen in einem noch fortgeschritteneren Alter sammeln wollten. Nach ersten Internet-Recherchen fand man in dem Schweizer Veranstalter Büchi eine Firma, die sich auch in sozialen Projekten engagiert und zu einem akzeptablen Preis diese Privatsafari organisierte. An dieser Stelle sei erwähnt, dass viele Bewohner der Region mangels anderer Alternativen vom Tourismus leben müssen und dass diese Besteigung nur in Begleitung zugelassener örtlicher Führer und Träger erlaubt ist.

Die Vorbereitung:

Nach dem Studium einschlägiger Literatur (z. B. Kilimanjaro/Tanzania von Peter Rotter) wurde der Juni 2005 als Reisemonat gewählt. Dies nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass nach der Statistik relativ wenige Besucher (angebl. ca. 500) in diesem Monat die "Marangu-Route" wählen. Diese Route, auch Coca-Cola-Route genannt, zeichnet sich durch die Möglichkeit aus, in festen Hütten übernachten zu können. Der Monat gilt allgemein als "Noch-Regenzeit". Beliebter sind die Monate Juli und August (Winterzeit auf der Südhalbkugel). Eine gewisse Fitness ist unerlässlich und zur Höhenmetergewinnung wur- 15 den verschiedene Trainingswochenenden im Bühlertal gebucht. An den jeweiligen Samstagen und Sonntagen erfolgten mehrere Aufstiege zur Hornisgrinde oder ähnlichen Lagen mit entsprechend gewichtigem Gepäck. Verschärft wurde das Training durch Aufenthalte im Bayrischen Wald und eine Tour auf den Aletsch-Gletscher von Fiesch aus. Entgegen der üblichen Touristenroute ging es nicht von "oben nach unten", sondern von Fiesch über die Concordia-Hütte zur Mönchsjochhütte (Jungfrau-Gebiet). Angeseilt und mit Schneeschuhen ausgerüstet, verlangte die Führerin uns die letzten Reserven ab, und manch einer zweifelte ernsthaft am Plan, den Kili zu besteigen. Die Gletscherspalten und das dauernde Einsinken in den weichen Schnee hatten nicht nur das Selbstvertrauen angekratzt.

Die Reise:

Abflug mit Condor von Frankfurt am 07. Juni 2005 um 20.15 Uhr zum Kilimanjaro- Airport (Arusha). Ankunft dort um 05.40 Uhr Ortszeit (+1 Stunde zur MESZ). Der Vorteil dieser Reise zum Äquator: Kein Jetlag. Zur Übernachtung wählten wir die "Babylon Lodge" in Marangu Village, die im Reiseführer als einfach und sauber beschrieben ist. Der Transfer erfolgte mit Leopard Travel, dem örtlichen Reiseveranstalter. Der Chef-Führer "Good Luck" stellt uns am Abend die Tourführer Fred, Livingstone und Nixon vor, und wir machen einen Spaziergang durch Marangu- Village. Überzähliges Gepäck und Papiere werden in der Lodge zurückgelassen.

Donnerstag, 09. Juni 2005

Am nächsten Morgen geht es mit dem Pickup zum Marangu Gate auf 1920 m. Nach der Erledigung der Formalitäten und Eintragung persönlicher Daten ins Verzeichnis der Naturparkverwaltung wandern wir bei herrlichem Wetter durch die Regenwaldregion zu den Mandara Huts auf 2720 m. Jeweils 20 kg Gepäck (Ausrüstung und Verpflegung) werden von unseren neun Trägern teilweise auf dem Kopf getragen. Mit den drei Führern/Guides und dem Koch sind das durch die Parkverwaltung vorgeschriebene 13 "Arbeitsplätze" für die Bevölkerung. Durch die schnellere Gangart sind die Träger jedoch bald unseren Blicken entschwunden. Nach knapp vier Stunden sind wir auf der Höhe von ca. 2.720 m bei den Mandara-Hütten angekommen und genießen nach dem Bezug der Hütten mit jeweils vier Schlafplätzen den Lunch und die Coffeetime. Beim Besuch des "Maundi Crater" sehen wir die überdimensionalen Farne und Heidekraut in Baumgröße. Die Nacht dauert ewig. Ob die Einschlafprobleme mit der Höhe, der ungewohnten Umgebung oder mit Atemgeräuschen zusammenhängen, erschließt sich mir noch nicht. Nach dem Frühstück und einer Morgentoilette, die als Katzenwäsche bekannt ist, geht es auf den gut ausgebauten Wegen zu den Horombo Huts (3.715 m). Hinter einem Kamm sehen wir ihn dann erstmals mit seiner weißen Haube, den Kili.

Der höchste Berg Afrikas, der Kilimanjaro mit einer
Höhe von 5895 m

Die Hütten sind hier etwas größer und bieten doppelstöckige Holzpritschen für sechs Personen. Das Lager ist nicht voll belegt, denn der Monat Juni wird nicht als idealer Reisemonat beschrieben. Es ist jedoch herrliches Wetter und wir befinden uns bei strahlender Sonne oberhalb der dichten Wolkendecke. Im Gemeinschaftsraum wird durch unsere Mannschaft das Dinner serviert. Kontakte zur Heimat gibt es noch per Handy und mangels Alternativen flüchten wir gegen 20.30 Uhr in den kuscheligen Schlafsack. Die Außentemperatur liegt um den Gefrierpunkt und der Toilettengang bietet einen atemberaubenden Sternenhimmel. Beim allgemeinen Pulsmessen registriert fast jeder einen erhöhten Ruhepuls um 90. Wie üblich wird zur Kopfschmerzprophylaxe eine Aspirintablette eingenommen. Manch einer hat diesbezüglich bereits Probleme, die sich überraschend auch auf die Darmtätigkeit ausweiten. Der nächtliche Toilettengang mit Stirnlampe und zusätzlicher Taschenlampe wird zum kleinen Abenteuer. Durch den Höhenunterschied von ca. 50 m kommt man etwas atemlos zur Hütte zurück. Die Innentemperatur unterscheidet sich nur unwesentlich von der Außentemperatur und man freut sich auf den bis minus 25 °C ausgelegten Schlafsack. Mit dem Gefühl, kein Auge zugetan zu haben, wache ich mit dem üblichen Druck im Kopf auf.

Akklimatisationstag

Nach dem Frühstück machen wir eine Wanderung zum Kibo-Saddle auf der Upper Route mit einer Rast am Zebrafelsen. Es herrschen angenehme Temperaturen und es genügt ein Langarmhemd. Nach drei Stunden sind wir am Sattel auf 4.500 m angelangt. Der Mawenzi grüßt von rechts, der Kibo geradeaus hat einen leichten Wolkenkranz. Vom Sattel aus kann man am Fuße des Kili bereits mit dem Glas die Kibo-Hütte sehen. Sie liegt auf ca. 4.700 m und in zwei Stunden wäre man da. Bereits vor dem Kibo-Saddle beginnt die Steinwüste und davor, also in Höhe der Horomba-Huts, liegt die Heide- und Hochmoorlandschaft. Hier wachsen Senezien, gelb blühende Heide und eine silberfarbene Edelweißart. Zum Lunch sind wir wieder bei den Horombo-Huts. Nahrungsergänzung ("Power-Wunder-Riegel") gibt es aus der Schatzkammer eines Freundes. Zum Dinner gegen 18.00 Uhr werden ein Mini-Rumpsteak und Spaghetti serviert. Der Toilettengang wird wegen Reparaturarbeiten länger. Es muss die "Lower Toilette" benutzt werden, was wieder zu Atembeschwerden führt, da mehr Höhenmeter zu überwinden sind. Dafür wird man bei offener Tür mit einer atemberaubenden Aussicht auf die Ebene belohnt.

Sonntag, 12. Juni 2005

Nach dem Frühstück um 07.30 Uhr geht es heute zum Endspurt über die "Lower Route" zur Kibo Hut auf 4.700 m. Das Atmen fällt immer schwerer und die Schritte werden kleiner. Ankunft ist 13.30 Uhr und die letzten Meter ziehen sich hin. Wir haben das Zimmer 1 in dem lang gestreckten, kalten Steingebäude. Es gibt Stockbetten für zehn Personen. Nach Tee und Popcorn steigen wir auf die Montblanc- Höhe von 4.800 m, was angeblich für einen "besseren Schlaf" sorgt. Danach beobachten wir noch die ankommenden Nachzügler, während wir in der Sonne sitzen. Einige der Ankömmlinge sehen ungesund aus und übergeben sich. Um diesem Problem zu entgehen, esse ich wenig von dem Dinner um 17.30 Uhr. Um 19.30 Uhr ist Bettruhe. Manch einer hat so anhaltende Kopfschmerzen, dass er im Sitzen ruht und einige Aspirin einwirft. Die wenigen, die mehr oder weniger schlafen können, werden um 0.00 Uhr geweckt.

"Next Target", wie mein schwarzer Begleiter aus Nigeria sagt, "Gilman's Point - 5.700 m". In Horombo habe ich mit Manfred aus dem Schwabenland gesprochen. Er musste kurz vor Gilman's Point aufgeben. Den Grund sah er in der Müdigkeit, der Kälte und den Kopfschmerzen, verbunden mit Übelkeit. Ich ziehe alles an Kleidung an, was sich hierzu anbietet: lange Unterhose, lange Laufhose, Berghose, Fleecejacke, Windstoppermütze, Lederhut, Skijacke, Funktionsmaske, Daunenhandschuhe. Im Rucksack befinden sich Regenzeug, 2 l Wasser, 2 l Tee und Powerriegel. Mit dem Schritt von Fred, unserem 1. Führer, und der Nummer zwei in der Reihe, Helmut, komme ich nicht klar und wechsle nach der Hans-Meyer-Höhle, unserer 1. Rast, ans Ende der mittlerweile sechsköpfigen Gruppe (dazu drei Guides). Die Stirnlampe beleuchtet nur die Beine des Vordermanns und so geht es Stunde um Stunde in engen Serpentinen den steinigen Weg entlang, den man nur erahnen kann. Das feine Geröll ist oberflächlich gefroren und so rutscht man bei den kleinen Schritten nicht zu stark ab. Den Ausruf "Pole, Pole" (langsam, langsam) kennen wir schon, aber zum langsamen Gehen muss niemand auffordern, das stellt sich von alleine ein. Es scheint fast, als ob senkrecht über unserer Gruppe sich weitere Personen den beschwerlichen Pfad nach oben kämpfen. Man sieht auch unterhalb unseres Standortes die Stirn- und Taschenlampen funkeln. Um ziemlich genau 06.00 Uhr komme ich zum Gilman's Point auf 5.700 m. Die Sonne geht gerade in blutroten Farben hinter dem Mawenzi auf und die Leute fallen sich in die Arme. Manche müssen sich übergeben, manche sind emotional sehr stark berührt. Ich frage Nixon, wo der Rest der Truppe ist. Er sagt, drei hätten den Rückweg angetreten und zwei wären zum "Summit", dem Uhuru-Peak, weitergegangen. Nach einem Foto strecke ich zu Nixons Erstaunen den Arm aus und sage: "Summit Uhuru". Er hatte offensichtlich angenommen, ich wolle aufgeben, den Rückweg antreten und er hätte früher Feierabend. Der Weg führt hoch und runter am Krater entlang. Jetzt ist Trittsicherheit gefordert. Nach ca. einer Stunde, wenn man wieder auf die „Vorderseite“ kommt und den Schnee und die Eismassen des Gletschers sieht, steht man wieder in der aufgehenden Sonne. Die letzten Meter im Schnee fallen allen schwer. Manche schieben und ziehen sich gegenseitig bis zum Summit. Es sind nur ca. 200 lausige Höhenmeter vom Gilman's Point aus gesehen. Ein schlichtes Schild besagt, dass man sich in 5.896 m auf dem Uhuru-Peak befindet.

Es ist ca. 08.00 Uhr, strahlendes Blau, Gletscher weiß, Mawenzi braun. Meine zwei vorausgegangenen Freunde kommen mir schon entgegen und verzichten auf ein gemeinsames Foto mit den gelb-rot-gelben Farben von Baden. Man hat den Eindruck, dass alle nur noch so schnell wie möglich "runter" wollen. Der Abstieg findet denn auch überwiegend durch Abrutschen in der Falllinie statt. Kein Zickzack-Kurs mehr - dafür Staub und gelegentlicher Kontakt des Hosenbodens mit dem Geröll. Gegen 10.30 Uhr bin ich zurück in der Kältekammer der Kibo-Hütte. Meine Freunde liegen im Schlafsack und sind nicht ansprechbar. Nach einer Suppe um 11.30 Uhr erfolgt der Rückmarsch nach Horomba. Meine Stöcke fliegen - ich fühle mich beflügelt und entwickle ein enormes Tempo. Noch drei Stunden zieht sich der Rückweg, und einer nörgelt über die sich lange hinziehende Strecke. Wieder bei der Hütte 38 in Horombo angekommen, erholen wir uns nach einem Kilimanjaro-Bier zusehends und trinken erst nach dem Dinner unseren Gipfel-Champagner.

Dienstag, 14. Juni 2005

Volles Rückmarschprogramm - deswegen Wecken um 05.00 Uhr. Abmarsch um 06.40 Uhr nach Mandara. Nach drei Stunden und einer Rast geht es dann weiter zum Gate, wo wir um 11.45 Uhr eintreffen. Nach dem Eintrag in die Registrierungskladde sehen wir einen jungen Holländer, der vermutlich aufgrund eines Ödems seinen Arm nicht mehr spürt. Es soll noch weitere Verletzte und auch einen Toten gegeben haben. Nach der ersten Dusche nach sechs Tagen gibt es einen Dankgottesdienst und ein gemeinsames Essen in der lutheranischen Kirche. Wir spenden in der Kollekte für ein Frauenprojekt der Gemeinde. Am Abend gibt es ein Trägerfest, bei dem die grünen (Gilman's Point) und die goldfarbenen Urkunden (Uhuru-Peak) ausgehändigt werden. Bei Kilimanjaro-Gesängen wird ordentlich dem Kilimanjaro-Bier zugesprochen. "It's Kilitime..."

Quelle: Hans Peter Pott, Karlsruhe



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