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97senegal257
97senegal257 (Samuel)
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Türkische Ägäis - Ionien

IONIEN - ALLGEMEINER ÜBERBLICK:

Didyma, Milet und Priene waren die drei wichtigsten Städte Ioniens im Altertum. Ionien diente in Anatolien (griech. anatole = Morgenland = Kleinasien) jahrhundertelang als Wiege für die verschiedensten Kulturen. Es war Mittelpunkt zwischen Ost und West, was für die Wirtschaft des Gebietes von sehr großer Bedeutung ist.
Die ionischen Städte entwickelten sich aufgrund der fruchtbaren Erde, bewässert vom Mäander und Kaistros. Ebenfalls trugen das milde Klima und die leicht zu beschützenden und zu Handel geeigneten Häfen zu einer starken Entwicklung bei. Aus gleichen Gründen haben die Städte viele Überfälle erleiden müssen und bildeten Gebiete, die von Einwanderern sehr gesucht waren. Um sich vor den Überfällen und Einwanderern zu schützen, gründeten die wichtigsten jonischen Städte, zu denen sich auch Milet und Priene zählten, einen religiösen und politischen Bund, den sie " Panionion " nannten (auch Izmir).
Die ionischen Städte haben sowohl in wirtschaftlicher als auch in kultureller Hinsicht mit der Solidarität dieses Bundes eine große Entwicklung gezeigt. Sie erreichten in den Jahren 600-545 vor Chr. in jeder Hinsicht den Höhepunkt und interessierten sich für Architektur, Bildhauerkunst, gleichzeitig auch für Philosophie und Naturwissenschaften. Das wissenschaftliche Denken entwickelte sich, später auch die Philosophie z.B. unter den Philosophen aus Milet. Man sah, dass die Erklärungen der Mythologie hinsichtlich sozialen und politischen Themen mit den Ereignissen nicht im Einklang standen, was den Glauben an mythologischen Erklärungen bezüglich Universum und Naturereignissen erschütterte. Aus diesem Grund suchten die ionischen Philosophen Antwort auf die Fragen, wie: "Wenn nun die Ereignisse im Universum nicht mit Wunsch und Verfügung der Götter entstehen, was ist dann die Realität, die die Grundlage für diese Ereignisse bildet? Was ist dann der Ursprung, die Hauptmaterie des Universums, das sich von selbst gebildet hat?" Antworten wurden mit Objektivität und Physik gesucht. Also entwickelten sich nicht nur Handel und Gewerbe, das einen stetigen Aufschwung hatte. Infolge der politischen und wirtschaftlichen Stärke erlebte die hellenische Kultur eine Blütezeit, insbesondere in Ionien, wo die griechische Philosophie mit den Werken von Thales, Anaximander und Anaximenes ihre Anfänge nahm.
546 vor Chr. geriet Ionien unter die Herrschaft der Perser. Dies bedeutete eine tyrannische Verwaltung der ionischen Städte verbunden mit der schweren Last der persischen Zollsteuern und Gebietsverlusten der Kolonien, die Ionien mit starker Flotte eroberte (Thrazien, Meeresengen, Küstengebiete des Marmara und Schwarzen Meeres). Es gab aber auch weise und volksfreundliche Herrscher wie z. B. Polykrates in Samos (Regierungszeit: 535-522 vor Chr.). Die Herrschaft der Perser leitete die wirtschaftlich überragenden Städte Ioniens in eine Wirtschaftskrise. Aus diesem Grund folgte 500 vor Chr. der ionische Aufstand unter der Führung der Stadt Milet. 499 vor Chr. erhob sich Ionien mit Unterstützung von Athen und Eretria (einer zur damaligen Zeit bedeutenden Stadt auf der Insel Euböa) gegen Persien. Die Rebellen waren anfangs erfolgreich, und König Dareios I. von Persien schwor Rache. Der Aufstand endete 493 vor Chr. in der Nähe der Insel Lade mit der Niederlage der Ionier, da die Perser die ionische Flotte völlig vernichteten. 479 vor Chr. wurden die Perser jedoch besiegt. Nach diesem Sieg schlossen sich 478 vor Chr. eine Reihe griechischer Städte unter der Führung Athens zum attisch-delischen Seebund zusammen, um die Perser aus den Städten und von den der Küste vorgelagerten Inseln zu vertreiben. Die persische Herrschaft dauerte ca. 100 Jahre, eine äußerst lahme Zeit für Ionien. Der alte Glanz kam in hellenistischer und römischer Zeit wieder auf. Im 3. Jahrhundert vor Chr. verlor Ionien langsam an Bedeutung aufgrund der Anschwemmung des Mäanders und Kaistros.
Didyma, Milet und Priene liegen im Süden von Ionien.
Herodot - ein berühmter Geschichtsschreiber - beschreibt Ionien mit folgenden Worten: "Die Ionier übrigens, und dazu gehört auch Panionion, haben ihre Städte in einem Lande gegründet, das von der ganzen uns bekannten Erde das herrlichste Klima hat. Weder die nördlicher gelegenen noch die südlicher können sich mit Ionien vergleichen. Jene haben unter der Kälte und Nässe zu leiden, diese unter der Hitze und Trockenheit..." (Hits: 1374)
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Ephesus (324)
Ephesus - bedeutendste Ausgrabungsstätte der Türkei

Die Hafenstadt Ephesus war in römischer Zeit eine aufstrebende Provinzhauptstadt, die bis zu 300.000 Bürger zählte und ist heute ein unbedingtes "Muss" für jeden, der sich für die einmalige Geschichte der Türkei interessiert.
In byzantinischer Zeit verlandete der Hafen und die Stadt wurde ins Inland verlagert. Heute steht an dieser Stelle die Stadt Selcuk mit rund 30.000 Einwohnern, die von einer Burg und der Johannes-Basilika überragt wird, welche im 6. Jahrhundert von Kaiser Justinian über dem angeblichen Grab des Evangelisten Johannes erbaut wurde.

In Ephesus gibt es so viel zu besichtigen, dass man sich für diesen Ausflug einen ganzen Tag Zeit nehmen sollte. Schon am Eingang zum Stadtgelände ist Eintritt zu entrichten und um den optimalen Überblick über die Bauten zu erhalten, erstellt man am Besten einen Plan mit Erklärungen zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Dann wird man beim Schlendern über die Kuretenstrasse schnell in eine längst vergangene Epoche versetzt. Hier stehen die in den 80er Jahren freigelegten und wieder aufgebauten Villen der einstigen römischen Oberschicht mit Bad, Heizung und Marmorböden. An der Strasse der Kureten befindet sich auch der Hadriantempel. Im Stadtgebiet selber kann man die fast vollständig restaurierte Celsus-Bibliothek mit Wandnischen für Buchrollen und Codices und das grösste antike Theater der Türkei, in dem einst 25.000 Zuschauer Platz fanden, besichtigen. Heute bietet es eine einmalige Aussicht über die Stadt.

Der sogenannte "Siebenschläferbezirk" ist eine frühchristliche Begräbnisstätte und nach sieben den jungen Märtyrern benannt, die hier schlafend 200 Jahre Christenverfolgung durch die Römer überdauert haben sollen. Einige schöne Gartenlokale dieses Bezirks laden nach der Besichtigung zum gemütlichen Verweilen ein.

Der grossartige Artemis-Tempel, einst als Weltwunder gerühmt, ist heute verfallen. Man sieht hier nur noch eine einzige wieder aufgerichtete Säule, als Überbleibsel der einstigen Pracht. Das Heiligtum war in der Antike das bedeutendste Walfahrtsziel Kleinasiens.

Die Hauptattraktion Selcuks ist das Archäologische Museum, das neben Kleinfunden aus den verschiedenen Grabungen auch die beiden berühmten Artemis-Statuen beherbergt.

Mit dem "Nachtigallenberg" befindet sich in Ephesos auch eine von der katholischen Kirche anerkannte Wallfahrtsstätte unserer Zeit. Jesus Mutter Maria soll nach alter Überlieferung zusammen mit dem Evangelisten Johannes hierher gekommen sein und im "Marienhaus", in einer wunderschönen Waldlandschaft gelegen, gelebt haben.

Ephesus bietet solch eine Fälle bedeutender geschichtlicher Bauwerke, dass es für archäologisch interessierte Besucher mit Sicherheit zu einem der Höhepunkte des Türkeiurlaubs gehört. Aber auch allen anderen wird sich die Einmaligkeit dieses Ortes erschliessen, an dem uns Strassen, Häuser und Plätze einer längst vergangenen Epoche in unglaublicher Zahl erhalten geblieben sind.

Ionien - Milet (119)
Die antike Stadt Milet war einst Heimat berühmter Männer und die Wiege abendländischer Philosophie. Hier wirkte Thales von Milet, sowie Hippodamos und viele andere.
Milet ist wohl das grösste Ruinengelände der türkischen Ägäis. Es war in der Antike eine bedeutendere griechische Stadt als Ephesus. Im 6. Jahrhundert vor Chr. wirkten hier die Begründer der griech. Philosophie und Naturwissenschaft: Thales, Anaximenes und Anaximander und der Architekt Hippodamos, der die Stadt nach dem Prinzip des rechten Winkels anlegen ließ. Hier wurden Fundamente griech. Denkens und der antiken Wissenschaft gelegt. In den ersten Landkarten galt Jonien, die Landschaft zu der Milet gehörte, als der Mittelpunkt der Welt. Eine besondere Bedeutung erreichte Milet im 7. und 6. vorchristlichen Jahrhundert, als von hier ausgehend mehr als 90 Kolonien an den Küsten von Marmara und Schwarzem Meer gegründet wurden.
Die Entwicklung Milets zur führenden Handelsstadt wurde durch die vier als Häfen nutzbaren Buchten rund um die Halbinsel begünstigt. Ehemals am Meer gelegen, war Milet ein bedeutendes Handelszentrum und einer der wichtigsten Häfen der Westküste. Milet gründete über 80 Koloniestädte vor allem im Schwarzmeergebiet. In Milet (auch Sadis und Ephesus) wurde die Münzprägung erfunden. Ein Haupterwerbszweig war außerdem die Wollverarbeitung und Purpurfärberei. Milet war in archaischer Zeit die mächtigste jonisch-griechische Stadt an der kleinasiatischen Westküste und lag auf einer Halbinsel in der grossen Mündungsbucht des Mäander.
Entscheidend und schicksalhaft war für die ursprünglich mit Lydien und Persien verbündete Stadt die Teilnahme am jonischen Aufstand. In der schlecht vorbereiteten Rebellion gegen die Perserherrschaft wurde das alte Milet 494 vor Chr. von den Persern zerstört. In der Zeit nach Alexander dem Grossen und unter der römischen Herrschaft erlebte Milet eine Blüte. Milet zeigt in dieser Zeit grosse Entwicklung, Aufstieg und Vitalität. Die Kolonien und neue Absatzgebiete im Osten lassen den Handel wieder aufblühen. Nach dem Tod Alexander des Großen litt die Stadt fast drei Jahrhunderte an der Fremdherrschaft des Königreichs Pergamon, danach unter der Herrschaft der Römer. Im Jahr 38 vor Chr. wird Milet das Autonomierecht zuerkannt, wodurch die Stadt wieder einen großen Fortschritt macht und zur Metropolis der jonischen Städte aufsteigt. Gute Beziehungen zu den römischen Kaisern wie z.B. Augustus, Tiberius, Trajan, Antoninus Pius und Septimus Severus entstanden. Monumentale Bauwerke wie das Theater, die Faustina- und Capito Therme, das Nymphäum, das Nordtor der Südagora werden in dieser Epoche gebaut.

Ausgrabungen und Nachforschungen

Das Theater
Das Theater wurde an den Südwesthängen des Kaletepe-Hügels gebaut. Das Gefälle des Hügels wurde ausgenutzt. Es ist der besterhaltene Bau von Milet. Es wurde im 4. Jahrhundert vor Chr. erbaut und in der hellenistischen, römischen und byzantinischen Epoche geändert. In röm. Zeit (2. Jahrhundert nach Chr.) hatte es eine Kapazität von 25000 Zuschauern. Wie alle antiken Theater besteht es aus dem Bühnengebäude, dem Orchestrateil und der Cavea (Teil des Theaters für die Zuschauer). Die Seite des Theaters, die auf den Hafen gerichtet ist, hat eine Länge von 140 m. Das Bühnengebäude, wo auch die Stadtmauern verliefen, ist zerstört worden. Die Westseite des Theaters wurde beendet, die Ostseite jedoch wurde unbeendet belassen. Das Bühnengebäude war in röm. Zeit dreistöckig und mit Säulen, Pilasterkapitellen, Statuen und Reliefs geschmückt, sehr prunkvoll .Der Oberteil der Cavea wurde von Bogengalerien gestützt. Von den oberen Sitzreihen der Cavea , die eine Höhe von 40 m erreichte, konnte das Meer gesehen werden. Die Cavea besteht aus drei Teilen mit jeweils 19 Sitzreihen. In der Mitte des unteren Teiles befand sich die Ehrenloge des Kaisers, die mit vier Säulen getrennt war.

Die Faustina-Thermen
Aus Ausgrabungen geht hervor, dass das Bad von Faustina, Gattin des Kaisers Marcus Aurelius (161-180 vor Chr.) gestiftet wurde, woher auch der Name stammt. Ein Großteil des Bades wurde freigelegt. Der ziemlich gut erhaltene Bau besteht wie bei allen römischen Bädern aus Einheiten wie: Umkleideräume (Apoditerium), Kaltraum (Frigidarium), Lauwarmraum (Tepidarium), Heisswasserraum (Caldarium), erhitzter Raum (Sudatorium), Feuerungsanlage und Sportplatz (Palaestra). Die Thermen spielten in der Zeit des röm. Kaiserreiches eine wichtige Rolle im täglichen Leben. Neben Waschen, Massage, Schwitzen und verschiedenen sportlichen Tätigkeiten wurde über den Alltag diskutiert. Das Apoditerium ist 80 m lang und hat an beiden Langseiten Kabinen und Bänke zum Ausruhen. An der Nordseite des Apoditeriums befand sich der Saal der Musen. In diesem Saal wurden die Statuen von Apollon, Asklepios, Telephoros, von neun Musen und der Kopf Aphrodites gefunden (Teil im Berliner Museum). Vom Apoditerium führen Türen ins Tepidarium und Frigidarium, das aus drei Teilen besteht. Im Frigidarium befand sich in der Mitte ein grosses Wasserbecken. In den Faustina-Thermen befinden sich zwei Caldariumräume. Das mittlere Caldarium war der grösste Raum des Bades mit den Massen 27,30 x 14,85 m. Der Saal erreichte eine Höhe von 25 m. Eine grosse Apsis befindet sich an der Nordwand des Saales, viereckige Nischen an den Seitenwänden. Die Sudatoriumräume lagen an der Südseite und waren die heissesten Räume des Bades. Die röm. Bäder wurden mit dem Hypokaustensystem beheizt: Heisse Luft zirkuliert, die durch Tonrohre in den Wänden und unter dem Marmorboden verlegt war. Deshalb wurden auch mehr als eine Feuerungsanlage benötigt für die Beheizung eines so grossen Bades.

Nymphaeum (monumentale Brunnenanlage)

Die Brunnenanlage hatte drei Stockwerke, war 17 m hoch und 20 m breit. Ein sehr grosses Wasserbecken befand sich an der Vorderseite. Das Bauwerk stellt ein sehr schönes Exemplar für die Fassadenarchitektur dar. Heute sieht man nur noch den Hauptteil des ersten Stockwerkes, die Nischen und rückwärts die Wasserreservoirs. Hinter dem Bauwerk kann man einen Teil des Aquädukts aus röm. Zeit sehen. Die Säulen sind korinthisch. Zwischen den Säulen befanden sich Statuen der Götter, Göttinnen und Nymphen. Die monumentale Brunnenanlage geht aus zwei verschiedenen Epochen hervor: 1. 98-117 nach Chr. Kaiser Trajan 2. 241-244 nach Chr. Kaiser Gordian III.

Sonstige Anlagen der Stadt:
Byzantinische Festung
Heroon (Grabdenkmal)
Athenetempel
Westagora
Stadion
Gymnasium
Serapistempel
Lagerhaus
Südagora
Byzantinische Kirche
Hellenistisches Gymnasium
Bouleuterion
Die Heilige Straße
Hafenmonumente
Ilyas Bey Moschee

Ionien - Priene (94)
Es steht fest, dass Priene ab Gründung des Bundes Panianion diesem angehörte. Mitte des 7. Jahrhunderts vor Chr. erlitt sie, wie alle ionischen Städte, die Überfälle von den Kimmeriern. Da dieser Überfall aber vielmehr den Charakter einer vorübergehenden Plünderung hatte, erholte sich die Stadt innerhalb kurzer Zeit. Ende des 7. Jahrhunderts vor Chr. übernehmen die Lydier die Herrschaft der Stadt.
Das 6. Jahrhundert vor Chr. war für Priene, wie für alle ionischen Städte, die glanzvollste Zeit. Am Anfang dieses Jahrhunderts blüht Priene wirtschaftlich sowie kulturell auf. Bias, einer der Weisen der Antike, der in Priene lebte, trug die Gesetze der Stadt zusammen. 545 vor Chr. fand die glanzvolle Zeit ein Ende mit der Einnahme der Stadt durch die Perser. Auf Veranlassung des Perserkönigs Kyros wurde die Stadt verbrannt und gänzlich zestört und die Bevölkerung zu Sklaven gemacht. In dieser schwierigen Zeit entwickeln sich Hassgefühle gegen die Perser und somit nahm Priene im Jahr 500 vor Chr. an dem ionischen Aufstand gegen die Perser mit 12 Schiffen an der Lade-Schlacht (494 a. Chr.) teil. Jedoch vernichteten die Perser die ionische Flotte und Priene wurde erneut geplündert. Somit trat Priene nach der Niederlage der Perser gegen Athen und Sparta (479 vor Chr.) dem "attisch-delischen Seebund" bei, der nach dem Sieg Athens gegründet wurde (450 vor Chr.).
Priene blieb bis Mitte des 4. Jahrhunderts vor Chr. unter dem Einfluss von Athen, aber noch mehr unter der Gewalt der Perser. Nach 353 vor Chr. gerieten die Perser unter die Leitung von Athen. Aus den Funden und Ruinen zu schließen, erfolgte die Neugründung der Stadt zu dieser Zeit. Prachtvoll wurde Priene auf einer Berghöhe über dem Mäander neu errichtet, als der Hafen am alten Platz verlandet war. Die hellenistische Zeit, die mit dem Sieg über die Perser und der Einnahme Anatoliens durch Alexander d. Großen begann, brachte für alle jonischen Städte eine große Zeit der Entwicklung. Die Städte bekamen Autonomie und die von den Persern erlassenen Steuern wurden aufgehoben. Ebenfalls sorgte Alexander finanziell für den Bau des Athenetempels.
Nach dessen Tod übernahm sein Befehlshaber Lysimachos 287 vor Chr. die Leitung, der die lang andauernden Grenzstreitigkeiten zwischen Samos und Priene aufhob und den Norden von Mykale an Priene übergab. Der fruchtbare Boden im Norden von Mykale war der Grund der Streitigkeiten, weshalb Samos ständig Überfälle unternahm. Dennoch kamen diese Grenzstreitigkeiten immer wieder auf und die Abkommen von 196 und 198 vor Chr. konnten die Grenzstreitigkeiten zwischen Samos und Priene nicht beenden.
Mit der Invasion der Römer geriet das Gebiet und Priene selbst unter die Verwaltung von Rom. Priene erlitt eine schwere Zeit unter römischer Verwaltung verbunden mit Überfällen von Piraten. Erst unter Augustus zog der Frieden wieder ein.
Im 1. Jahrhundert vor Chr. wird ein Arm des Mäander-Flusses mit dem Hafen verbunden. Durch die Aufschwemmungen, die der Fluss mit sich brachte, entfernte sich die Stadt immer mehr vom Meer und die Verbindung zum Meer ging verloren. Somit verlor Priene, einst eine bedeutende Hafenstadt, das ehemalige Ansehen und wurde langsam aufgegeben.
Ausgrabungen und Nachforschungen

Ein "griechisches Pompeji" nennen Archäologen das alte Priene, da sie hier - einzigartig für eine klassisch-hellenistische Stadt - alle öffentlichen Bauten und über 50 Häuser freilegten. Priene zeigt vor allem Griechisches und nur wenig römische Überbauung.
Priene ist ein sehr wertvolles Beispiel für die Städteplanung in der Antike. Die Städteplaner des Altertums haben ganz besonders darauf geachtet, dass die Stadt nach Süden gerichtet war. Auf diese Weise wurden die Bauten im Sommer vor der Sonne geschützt, im Winter konnten sie von der Sonne den grössten Vorteil ziehen.
Priene wurde vom Architekten Hippodamos aus Milet nach dem von ihm entwickelten Gitterplan gegründet.
Auf einem sehr steilen Felsmassiv hinter der Stadt erhebt sich im Norden die Akropolis.
Die Bedeutung der jonischen Stadt Priene für die Forschung liegt in dem guten Erhaltungsgrad ihrer Ruinen, die weitreichende Erkenntnisse über Struktur und Funktionieren einer antiken Stadt ermöglichen. Wohnhäuser, Straßen , Plätze , Heiligtümer, das Theater - die modernen Besucher eröffnet sich das vollständige Bild einer typischen hellenistischen Stadt, die in vier Jahrhunderten auf der Basis einer straffen städtebaulichen Rasterplanung entstanden ist.
Der Athenetempel
Der Tempel erhebt sich auf einer breiten Felsterrasse und ist das älteste wichtigste grösste und prächtigste Bauwerk in Priene. Er erstreckt sich in Richtung Ost-West. Mit der Gründung der Stadt im 4. Jahrhundert vor Chr. wurde vermutlich auch mit dem Bau des Tempels begonnen. Er wird als ein klassisches Exemplar der anatolisch-jonischen Ordnung angesehen. Von seinem Architekten Pytheus als programmatischer Bau der jonischen Säulenordnung geplant und schon in der Antike als mustergültig angesehen, wurde der Athenetempel, wie sich jetzt herausstellte, in sehr kleinen Bauabschnitten errichtet, so dass sich seine Bauzeit von der Zeit Alexanders bis in die Zeit des Augustus (300 Jahre) hinzog. Pytheus vereinigte dorische und jonische Ordnung und somit entstand ein neuer architektonischer Stil. Der Tempel ist mit sechs Säulen an den Kurzseiten und elf Säulen an den Langseiten erbaut worden. Er besaß insgesamt 34 Säulen.

Alexander der Große hat als er in dieses Gebiet kam Spenden zur Fertigstellung des Tempels gemacht. Er weihte den Tempel der Göttin Athene Polias. Der Bau des Tempels konnte im Jahr 158-57 vor Chr. beendet werden. Der Altar und die Kultstatue sind auch in dieser Zeit fertiggestellt worden. Die Kultstatue der Göttin Athene ist mit Helm, Ziegenfell, Speer und Schild stehend dargestellt. In der rechten Hand hält sie eine Nike-Figur. Die Statue hatte eine Höhe von 6,5 m.
Der Altar befindet sich östlich vom Tempel. Er wird als Modell für den Zeusaltar von Pergamon betrachtet. Der Bau war mit Säulengallerien umgeben und auf hohen Sockeln nahmen Frauenfiguren Platz. Auf den Reliefs des Altars sind Kampfszenen der Götter mit den Giganten dargestellt. An der Südseite des Tempels befindlichen 7 Meter hohen Terrassenmauer wurde eine Stoa (Säulengallerie) in dorischer Ordnung errichtet, die 78,40 Meter lang war,und an deren vorderen Teil sich eine Säulenreihe mit 32 Säulen befand. Die Vorderseite der Stoa war offen und auf die Meanderebene gerichtet. Hier hatte die Stadtbevölkerung bei ihrer täglichen Arbeit einen schönen Ausblick auf Land und Meer.
Die Agora

Als Zentrum des öffentlichen Lebens spielt die Agora eine wichtige Rolle. Hier wurden Diskussionsversammlungen in verschiedenen Themen und Zeremonien veranstaltet. Die Agora wurde im 3. Jahrhundert vor Chr. im Zentrum der Stadt erbaut mit einer Länge von 75,63 m und einer Breite von 35,40m. Die hufeisenförmige Agora, deren eine Seite offen ist, wird auf 3 Seiten von einer Stoa umgeben. Diese Stoa Statuen von prominenten Bürgern der Stadt befanden sich an den Vorderseiten der Stoen. Diese farbigen Statuen schufen eine wirkungsvolle Atmosphäre. In der Mitte der Agora nahm ein 6,20m x 5,15m grosser Altar Platz, der dem Gott Hermes geweiht war. Heute ist nur noch das Fundament übriggeblieben. Das angrenzende Gebäude im Westen der Agora war ein kleiner Markt für den Verkauf von verschiedenen Lebensmitteln und Kleidern.

Bouleuterion (Sitz des Beratungsrates)

Das politische Leben bestand wie in allen anderen jonischen Städten aus einem System mit 2 Parlamenten. Das erste Parlament wurde Bouleutus genannt und hatte wenig Mitglieder. Der Beratungsrat mit dem Namen " Boule" hielt im Bouleuterion die Sitzungen.
Das zweite Parlament, genannnt "Demos", war das Volksparlament und hielt seine Sitzungen im Theater ab. Das Bouleuterion ist das besterhaltene Bauwerk der Stadt. Das Volksparlament tagte nur einmal im Jahr und wählte die Verwalter. Der Bau befindet sich im Norden mit der Athenestrasse abgegrenzt und hat an drei Seiten Sitzreihen (Auditorium) In der Mitte dieses Bauwerks befindet sich ein Altar aus Marmor. Auf dem oberen Teil befanden sich Reliefs mit Götterbrustbildern. Personen auf den oberen Sitzreihen konnten durch die Eingänge im Norden und Westen in die Nebenstrasse zur Athenestrasse. Somit konnten verspätete Teilnehmer geräuschlos in den Saal gelangen. Der Bau war mit einem Holzdach überdeckt, das von Mauern und Stützsäulen gestützt wurde. Es wird angenommen, dass der Bau und der Altar zur gleichen Zeit errichtet wurden (150 vor Chr.).
Priene besaß außerdem ein Stadion, zwei Gymnasien, ein Theater und neben dem Athenetempel noch vier weitere Tempel. Heute sind über 50 Häuser freigelegt, u.a. das Tempelhaus von Alexander dem Grossen.

Ionien - Metropolis (85)
Metropolis in Ionien war eine Stadt in der antiken Landschaft Ionien. Sie liegt auf einem Berg bei Özbey im Landkreis Torbalı in der Provinz Izmir in der Westtürkei.
Der Name des Ortes (altgriechisch Μητρόπολις, von μήτηρ für Mutter und πόλις für Stadt, andere Namen Ματρόπολις, Μητρόπολις ἡ Εφέσια, Μητρόπολις ἔν Ἰωνία) bezieht sich auf eine Muttergottheit, Meter Galessia. In der Nähe wurde eine Höhle mit einer Kultstätte für die anatolische Fruchtbarkeitsgöttin gefunden. Der Name der nahe gelegenen türkischen Stadt Torbalı ist eine türkische Umformung von Metropolis.
Funde von Tonscherben, Steinäxten und Obsidian-Fragmenten weisen darauf hin, dass der Ort bereits in der frühen Bronzezeit (drittes Jahrtausend v. Chr.) besiedelt war. Auf der Akropolis gefundene geometrische und archaische Keramik konnte in die Zeit von 725 bis 500 v. Chr. datiert werden. Der Archäologe Recep Meriç schließt daraus auf eine Stadtgründung um 725 v. Chr. In dieser Zeit beschränken sich die Funde auf das Gebiet der Akropolis. Aus dem vierten und dritten vorchristlichen Jahrhundert fehlen jegliche Funde[3].

In hellenistischer Zeit im dritten Jahrhundert v. Chr.hatte die Stadt ihre Blütezeit. Es begann eine verstärkte städtische Entwicklung, die durch den Bau von Stadtmauern und Befestigungsanlagen zu erkennen ist. Es wurde mit dem Bau des Arestempels auf der Akropolis begonnen sowie anderer Monumentalbauwerke, der Stoa, des Buleuterions und des Theaters an den Berghängen[3].

In römischer Zeit wurden im Theater Altäre mit Reliefs zu Ehren des Kaisers Augustus und seines Großneffen Germanicus errichtet. Am Nordhang wurden ein Bad und ein Gymnasium gebaut. Ein überregionales Fest namens Sebaste Kaisareia wurde begründet. Das Erdbeben von 17 n. Chr. hat zumindest die Stoa in Mitleidenschaft gezogen[3].

In byzantinischer Zeit wurde etwa im 14. Jahrhundert eine neue Festung zwischen Akropolis und Stoa errichtet. Bald nach der Eroberung durch die Osmanen im 15. Jahrhundert wurde die Stadt aufgegeben, die Bewohner zogen nach Torbalı

Die Stadt wurde seit 1989 von Recep Meriç von der Dokuz Eylül Üniversitesi Izmir erforscht. Seit 2007 hat Serdar Aybek von der Trakya Üniversitesi Edirne die Leitung der Ausgrabungen in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kulturgeschichte der Universität Oslo, wobei Håkon Ingvalsden die Münzfunde bearbeitet.

Ionien - Didyma (53)
Didyma war das Hauptheiligtum der antiken Stadt Milet, mit der es durch eine Heilige Strasse verbunden war. Das Orakel des Apollontempels galt als das bedeutenste in Kleinasien (nur von Delphi übertroffen). Die Priester und Medien nahmen durch geschickte Interpretationen des Orakels starken Einfluss auf das politische Leben in der Antike. Fasziniert von den gewaltigen Ausmaßen des Tempels, fügten sich die vielen Ratsuchenden bescheiden und willig in ihr Schicksal. Nach den Überlieferungen des Pausanius wurde das Heiligtum 1.000 vor Chr. gegründet. Die Griechen ersetzten bei der Einwanderung den einheimischen Kult durch den Kult des Apollon und seiner Zwillingsschwester Artemis, die dort einen eigenen Tempel hatte. Die Kultmale waren eine Quelle, deren Wasser man wie in Delphi prophetische Kraft zuschrieb und der Heilige Lorbeerbaum des Apollon. Sie galten als die Stelle, an der Zeus und Leto der Überlieferung nach ihr Beilager gehalten und Apollo und Artemis gezeugt haben. Vielleicht ist die Verehrung der Quelle auch darauf zurückzuführen, dass sie süsses Trinkwasser führte, während sonst in der näheren Umgebung nur Bitterwasser vorkommt. Die Kultmale wurden unter freiem Himmel verehrt und da sie nicht überdeckt werden durften, musste der spätere Tempel in seinem Innern einen Hof (Sekos) bilden.

Der Apollontempel wurde Ende des 8. Jahrhunderts vor Chr. erbaut, aber 494 vor Chr. von den Persern in Brand gesteckt und völlig zerstört. Mit dem Bau des Hellenistischen Tempels wurde in 313 vor Chr. begonnen auf den Fundamenten des zerstörten archaischen Tempels. Bei der Neuerrichtung des Tempels nehmen die Spenden Alexander des Grossen und des Königs von Syrien einen wichtigen Platz ein. Der Tempel mit den Maßen 109,34 x 51,13 m hat einen dipteralen Plan (ein mit doppelter Säulenreihe umgebener Tempel). Das Bauwerk hatte an den Langseiten je 21, an den Kurzseiten je 10 Säulen. Eine Gesamtzahl von 122 Säulen, von denen heute nur noch drei stehen. Die Gesamthöhe des Tempels betrug 29,40 m. Diese Maße geben uns eine Idee über das imposante Aussehen des Tempels vor dem Einsturz.



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