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Mamallapuram

Mamallapuram (Tamil: மாமல்லபுரம் Māmallapuram) oder Mahabalipuram (மகாபலிபுரம் Makābalipuram) ist ein Dorf 60 km südlich von Chennai (Madras) an der Koromandelküste im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Hier findet sich einer der wichtigsten archäologischen Fundorte Südindiens. Der Tempelbezirk von Mamallapuram gehört seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Namensformen Mamallapuram und Mahabalipuram sind gleichermaßen gebräuchlich. Mamallapuram ist nach dem Pallava-König Narasimhavarman I. (630–668) benannt, welcher den Beinamen Mahamalla („großer Ringer“) trug. Der Name Mahabalipuram ist eine Verballhornung, die auf den mythischen Dämon Mahabali Bezug nimmt.

Die Tempel, die am Strand auf Fels errichtet wurden, entstanden zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert unter der Herrschaft der den Tamilen zugerechneten Pallava-Dynastie. Sie wurden aus Felsen herausgemeißelt. Während dieser Zeit war Mamallapuram einer der wichtigsten Hafenstädte des gesamten tamilischen Reiches. Die Heiligtümer dienten zu dieser Zeit daher nicht nur als Tempel, sondern mit Leuchtfeuern auch als Navigationshilfe für Seefahrer. Auf den in den Fels gemeißelten Reliefs sind Sagen, Mythen und Alltagsszenen dargestellt. Viele dieser Reliefs sind heute unter dem Einfluss des Seeklimas zum Teil zerfallen. In einigen der Tempel stehen ebenfalls Götter- und Tierskulpturen. Viele Bauwerke blieben jedoch unvollendet. Nach dem Fall des Tamilenreichs verbreitete sich der Shivaismus, weshalb die meisten der Heiligtümer dem hinduistischen Gott Shiva geweiht sind.

Der Tempelbezirk umfasst eine große Zahl hinduistischer Monumente, die den Göttern Shiva und Vishnu, aber auch Krishna und den Helden der Mahabharata gewidmet sind. Die drei bedeutendsten sind: Die Herabkunft des Ganges oder Die Buße des Arjuna, Der Küstentempel und Die Pancha Ratha des Südens.

Die Herabkunft des Ganges ist ein im 7. Jahrhundert entstandenes Flachrelief, eines der größten (vielleicht das größte) der Welt. Die Skulpturen, die zwei riesige Felsen auf einer Fläche von 27 Meter Länge auf 9 Metern Höhe bedecken, stellen den Lauf des Ganges vom Himalaya aus so dar, wie es das Panchatantra beschreibt.

Die Legende berichtet, dass der König Bhagiratha den Ganges vom Himmel fließen ließ, um die Seelen seiner Vorfahren zu reinigen. Aber die Dinge geschahen nicht wie geplant und der König bemerkte, dass der Fluss die ganze Erde überschwemmen würde. Daher tat er Buße mit dem Ziel, Hilfe von Shiva zu erhalten, um die zu erwartende Katastrophe abzuwenden. So stieg der Gott zur Erde hinab und bezwang den Ganges, indem er ihn durch sein Haar fließen ließ. Dieses Wunder lockte eine Menge Wesen an, die kamen, um es zu beobachten.

Der Spalt zwischen den beiden Felsen ist der berühmteste Teil des Flachreliefs; hier findet sich die Abbildung Shivas. Darunter findet man Ruinen eines Wassertanks, die vermuten lassen, dass einst hier Wasser geflossen ist, das den Ganges darstellen sollte. Neben zahlreichen göttlichen Abbildungen stellt das Relief das dörfliche Leben Indiens im 7. Jahrhundert dar. Im oberen Teil, rechts von dem Spalt, sieht man den Spender und Mäzen Pallava-König Mahendravarman (580-630) in Gesellschaft seiner drei Ehefrauen. Darunter ist eine Yogi-Katze in Meditationsstellung zu sehen, umtanzt von Mäusen. Die Szene stellt eine Redensart der indischen Volksweisheit dar, die rät, falschen Sadhus zu misstrauen.

Dieses Relief wird mitunter auch als "Buße des Arjuna" bezeichnet. Seine Interpretation ist noch nicht endgültig geklärt.

Den Überlieferungen zufolge ist der Küstentempel der einzige erhalten gebliebene aus einem Komplex von sieben Tempeln, die Ende des 8. Jahrhunderts durch den Pallava-König Rajasimha Narasimhavarman II. erbaut wurden. Der Komplex soll sich über 10 Kilometer entlang der Küste erstreckt haben.

Der Tempel, der 12 Jahrhunderte an seinem küstennahen Standort überdauert hat, wird inzwischen durch eine Einfriedung sowie Wellenbrechern aus Felsbrocken vor der Erosion geschützt. Diese durch die Regierung Indira Gandhis errichteten Blöcke ließen den Tempel den Tsunami vom 26. Dezember 2004 überstehen. Doch besteht die Möglichkeit, dass diese Welle, die große Mengen Sand bewegt hat, zu neuen Entdeckungen über die Ursprünge dieser Stätte führen wird.

Die fünf Rathas - Yudhishthira (oder Dharmaraja), Bhima, Arjuna, Draupadi und Nakula-Sahadeva - sind monolithische Monumente verschiedener Größe und Formen, ausgehoben aus einem kleinen Hügel südlich des Dorfes.

Der Begriff "Ratha" wird hier nicht sinngemäß angewandt: er bezeichnet eigentlich für Prozessionen genutzte Wagen. Die Ratha von Mamallapuram haben jedoch keine Räder, im Gegensatz zum Tempel des Surya in Konarak, der in Form eines Wagens mit Rädern, gezogen von Pferden gestaltet ist.

Zuoberst aus der Spitze des Hügels wurde der Dharmaraja gearbeitet, in nach unten hin kleiner werdender Reihe folgen Bhima, Arjuna und Draupadi. Der Sahaveda wurde aus einem etwas größeren Felsen westlich des Draupadi geschlagen. Gerade vor dem Draupadi stehen zwei kleinere Felssklupturen, eine in Form eines Elefanten, der andere in Form eines Löwen, dem "Fahrzeug" Durgas. Hinter Draupadi und Arjuna, die auf einer gemeinsamen Plattform stehen, findet sich Nandi, ein Rind, das Fahrzeug Shivas.

Diese Ratha stellen als architektonische Modelle die Tempelformen dar, wie sie zur Zeit ihrer Entstehung genutzt wurden, die aber aus vergänglichen Materialien gebaut waren.

Es gibt andernorts in Mamallapuram noch vier weitere Ratha. Eine große Zahl von Tempeln, einige aus Felsen gemeißelt, sind ebenfalls über das Dorf verstreut. Auch findet sich im Dorf ein riesiger, etwas kugelförmiger Felsbrocken, der als "Krishnas Butterball" bekannt ist.

m 7. Jahrhundert, während der Herrschaft der Pallava-Dynastie, war Mamallapuram wahrscheinlich ein wichtiger Hafen für die Verbindung mit Srivijaya in Indonesien und dem Reich der Champa in Indochina. Der Tsunami nach dem Erdbeben im Indischen Ozean 2004 am 26. Dezember 2004 entfernte vor der Küste von Mamallapuram Sandablagerungen und führte außerdem zu einer Absenkung des Meeresspiegels.[2] Dadurch wurden unter [3] und über Wasser zahlreiche archäologische Fundstücke freigelegt, die möglicherweise von der früheren Hafenstadt und einem Tempel aus dem siebten Jahrhundert stammen (siehe Weblinks). Der Archaeological Survey of India hat am 17. Februar 2005 mit der Unterwasserarchäologie begonnen. (Hits: 2648)

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