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90indonesien262
90indonesien262 (Samuel)
Indonesien Bali I
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Samuel Degen
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Kalkudah_Passekudah

2011, der Krieg ist vorbei, die Ostküste lockt. Was ist los mit der legendären Küstenstraße A15 von Trincomale über Mutur, die Traumstrände Pasekudah / Kalkudah nach Batticaloa und weiter als A4 zur Arugam Bay? Die aktuelle Literatur warnt, aber als touristischer Frontman reizt mich das umso mehr. Unser Driver Thilak erhält also den konkreten Auftrag, uns vom Uppuveli Beach die Küste entlang zu den legendären Beaches Pasekudah / Kalkudah zu bringen. Alle seine Kollegen warnen ihn am Vorabend vor dieser Tour und empfehlen ihm den Umweg über Pollonaruwa. Er bettelt, wir bleiben stur.

Bis Trinco ein Katzensprung, weiter nach Mutur dann eine Tortur. Die Fähre nach Mutur hat dank kaputter Brücke laut mehreren Polizisten, die Thilak am Wegesrand fragt, so drei Stunden Wartezeit. Also über „Feldwege“ durch das Hinterland ein 48 km langer Umweg. Und was für einer. Ein schwerer Jeep hätte da bereits bös zu tun gehabt, aber unser Nissan PKW kam ständig über seine Grenzen. Und Thilak hat die 7 Jahre alte Karre immer noch nicht abgezahlt. Wie teuer soll diese Reise für uns denn werden? So war das nicht gedacht. Aber gute Mine zum bösen Spiel. Weiter durch die unendliche Straßenbaustelle, die es so in Europa nicht gibt. Thilak betet nun nicht mehr nur wie vorher morgens vor Beginn unserer Tagestouren, nein, nun auch nach jedem Anlassen des Motors.
Unbeschreibliche Quälereien, wir brauchen drei Stunden bis Mutur, und das für insgesamt vielleicht 20 km Luftlinie.

Ab jetzt wir alles besser? Der Asphalt rollt, nach drei Kilometern ist wieder Schluss. Naturpiste vom Allerschlimmsten, die Karre steht kurz vor dem Exodus. Thilak betet . Zwischendurch gelegentlich wieder Asphalt. Kaum andere Autos zu sehen, das tut sich keiner an. Weitere drei lange Stunden später sind wir da, also nach insgesamt sechs Stunden „Fahrt“ für vielleicht 70 Kilometer direkter Strecke. Nie wieder Straßenppionier, das steht fest.
Vor einem Jahr gab es hier noch kein einziges Gästehaus an den legendären nebeneinander liegenden Stränden Pasekudah und Kalkudah. Der Krieg hatte die Betreiber nach 1983 vertrieben, die touristischen Unterkünfte zerstört.

Der Tsunami vom 26.12.2004 gab dem Fischerdorf den Todesstoß. Die 150 hier auf der Landzunge zischen den beiden Strandbuchten lebenden Fischerfamilien zusammen mit weiteren 7.000 Menschen im Umland wurden an diesem Tag aus dem Leben gespült. Wie auch 400 Sea-Tiger und 800 Regierungssoldaten, die, die Fischerfamilien als Puffer dazwischen, sich nur wenige hundert Meter an den beiden Stränden gegenüber lagen. Dies war für die Fischerfamilien die Hölle, sie konnten ihr Dorf nicht verlassen, da sowohl die Regierungssoldaten als auch die Tiger auf alles schossen, was sich bewegte. Die Grantaten, die je dem Gegner galten, verfehlten oft ihr Ziel und töteten und verstümmelten viele der Dörfler.

Wir haben die Wahl zwischen drei Gästehäusern, die iden vergangenen Monaten hier neu gebaut wurden. Moni`s Guesthouse gefällt uns am besten, der Name erinnert uns an eine Freundin, die auch ganz sauber, günstig und auch sonst ok ist.
Wir sind die einzigen Gäste. Das große Zimmer, leider ohne AC, kostet für uns drei 2.000 Rupien pro Nacht, das sind gerade mal 13,- Euro. Das Fahrerzimmer für Thilak ist inklusive, ebenso wie sein Essen. Es gibt auch noch drei AC Zimmer, aber die sind mit je zwei Betten für uns drei zu klein.

Von hier aus haben wir die Wahl. 200 Meter nach rechts zum Kalkudah Beach oder 200 Meter nach links zum Pasekudah Beach, das Guesthouse Moni liegt genau zwischen diesen Buchten. Es ist fast 16 Uhr, die Anfahrt war mehr als stressig, wir wollen nur noch die Labsal unserer geschundenen Körper im Meer.

Am Pasekudah Beach toben die Massen. Es ist Vollmondfest und es kommen Busse um Busse, die Leute singen laut. Wir entscheiden uns deshalb für den Kalkudah Beach. Keine Menschenseele. Wir laufen kilometerweit den langen Strand ab, auch da kein Mensch weit und breit. Das ist ein Strand der Strände! Was Besseres haben wir weltweit selten gesehen. Da stimmt wirklich alles. Schneeweißer blitzesauberer Puderzuckersand, tiefblaues brunnenklares Wasser, Palmenkulisse, pitoresske Fischerboote. Was für ein Traum. Alle Versprechungen der Literatur, dies sei der schönste Strand von Sri Lanka, werden eingelöst. Wir planschen, schwimmen und juchzen wie selten zuvor.

Den Pasekudah Strand nebenan haben wir bereits vergessen. Als dann beim Abendessen die Busse mit lautem Arakgesang vom dortigen Parkplatz wieder abfahren, bereuen wir, gute Film- und Fotomotive versäumt zu haben. Da hier in Sri Lanka kaum einer schwimmen kann und die Frauen immer in voller Montur baden gehen, sind gute Bilder immer garantiert. Unsere Gastgeber sagen, morgen sei der Spuk vorbei und der Pasekudah wieder leer. Enttäuschung macht sich breit, gute Aufnahmen sind für uns immer ein Muss.

Am nächsten Morgen fährt dann Mr. Ithyakumar aus Moni's Guesthouse die paar Kilometer mit nach Kalkudah, wir wollen sehen, wo und vor allem wie die überlebenden Fischerfamilien dort jetzt leben. Er führt uns in mehrere der hier „Tsunamihouses“ genannten Häuser. Die Siedlung mit 125 Häusern hier wurde „von Deutschen“ gestiftet; leider entdecken wir keine der sonst üblichen Infotafeln, die uns nähere Infos liefern könnte. Und zwar mit je 1 Mio. Rupien, das sind der derzeit 7.000, Euro. „Niemals sind diese Häuser 1 Mio Rupien wert“ sagt Ithyakumar. Er zeigt uns, dass nur die zur Straße zeigenden Fronten verputzt wurden. Zudem fehlten nach „Beendigung“ der Baumaßnahmen dann einfach auch die Elektro Installationen, die Sanitäreinrichtungen und vieles mehr. Hier wurde maximal die Hälfte der geleisteten Hilfszahlungen verbaut, der Rest verschwand, zusammen mit dem Löwenanteil der hunderten von Millionen Dollar, die nach dem Tsunami als Hilfe ins Land flossen.
Die Wirkungslosigkeit der internationalen Hilfe durch fehlende Kontrolle zeigt sich auch hier auf bittere Art und Weise. Wie froh bin ich wieder in diesem Moment, mein Engagement für dieses Land auf ein kleines überschaubares Projekt in Matara an der Südspitze der Insel zu konzentrieren.

Weiter führt uns die Vormittagstour zu mehreren Minenfeldern, die mit gelb-schwarzem Band und Totenkopftafeln markiert sind. Und vorbei an unzähligen im Krieg zerstörten Häusern, die Einschusslöcher an den Wänden zeugen vom unsäglichen Leid und Tod der ehemaligen Bewohner. Unser Sohn 11-jähriger Sohn Jo fragt uns Löcher in den Bauch, für ihn ist das Ganze ein riesiges Abenteuer.

Zurück bei der sauberen Moni sehen wir, dass doch wieder Busse an den Passekudah Strand unterwegs sind.
Also schnell die Kameras geschnappt dorthin gegangen. Der Passekudah zeichnet sich vor allem auch dadurch aus, dass man mehrere hundert Meter bei gleichbleibend nur hüfthohem Wasser ins Meer laufen kann. Ideal für die Einheimischen, da die allermeisten nicht schwimmen können. Welch ein Anblick. Unzählige Leute sind im Wasser. Die Frauen in voller Montur. Badeanzüge oder gar Bikinis sind hier unbekannt. Und 100 Meter weiter sind Heerscharen von weißgekleideten Frauen mit Kopftuch im Wasser. Sie spritzen sich kichernd und kreischend gegenseitig naß. Aufpasser am Strand quittieren jedes Vergehen der Studentinnen im Wasser, wie ein schlampig gebundenes Kopftuch oder gar ein unter dem langen weißen Rock hervorgestrecktes nacktes Bein mit heftigem Pusten auf ihren Trillerpfeifen. Nach unzähligen Reisen durch islamische Länder bin ich da wundgerieben und deshalb besonders schnell reizbar, zu viel Gewalt gegen Frauen musste ich leider dort persönlich miterleben. Als einer der Aufpasser auch noch auf mich zukommt und mir am öffentlichen Strand völlig unlegitimiert ein Fotografierverbot erteilt, platzt mir der Kragen. „Sehr geehrter Herr Aufpasser, zeige mir bitte die Stelle im Koran, die Dich berechtigt, den Frauen ein Kopftuch aufzuzwängen und mir als Gast im Lande Befehle zu erteilen“.
Ich weiß, dass diese verblendeten fundamentalistischen Typen den Koran in seiner Weisheit vermutlich weniger gut kennen wie ich. Und dass sie uns „Ungläubigen“ ein Lebensrecht auf diesem Planeten absprechen, wir sind in deren Augen „weniger Wert wie ein Hund“. Bevor ich mich aber weiter ereifere gehe ich schnell weiter, solche Hardliner sind mir ein Gräuel. Mir tun nur die Mädchen leid, so etwas hat diese schöne Tropeninsel mit seinen liebenswürdigen Menschen wirklich nicht verdient.

Und am Abend macht unser Fahrer Thilak Party. Er versteht die tamilische Sprache nicht, die hier an der Ostküste zu 95% gesprochen wird und hatte deshalb gehörigen Respekt vor dieser Osttour. Hier findet er jedoch im Koch, der zwar auch Tamile ist, aber in Nuwara Eliya im singalesischen Teil der Insel geboren wurde, einen gleichsprachigen Kumpel, der ebenfalls gerne einen Arak schluckt. So feiern die beiden in der Küche im 1. OG von Moni's, das noch eine reine Baustelle ist, ein kleines Ost- Westtreffen. Mr. Thilak kommt danach kaum noch die Treppe herunter, sein Glück ist perfekt. (Hits: 2705)

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