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94ceylon354
94ceylon354 (Samuel)
Sri Lanka 1994
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Samuel Degen
Stupferich.org
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Trebeltal.net
Durlacher.de


Ajanta

April 2012. Die Meute der Taxifahrer meint es ernst. Ein heftiges Gezerre bereits in der Ankunftshalle um die wenigen Weißen, die jetzt noch in der beginnenden Nebensaison im Backofenmonat April hier am Flughafen von Aurangabat erscheinen.
Um dem Gefeilsche zu entgehen, erst mal zum „Prepaid Taxicounter“. Erfahrungsgemäß sind hier die Preise immer ok und die Anbieter meist seriös. Was soll eine Taxifahrt in unser 7 Kilometer entferntes Hotel „Ambassador“ kosten? 200 Rupien? Das sind gerade mal gute 3,- Euro.
Klar, dass wir auch hier einem Paketpreis für ein Chartertaxi für unsere drei ab morgen geplanten Ganztagestouren nachfragen. Einen Tag zu dem 130 km entfernten Ajanta, einen Tag Stadtrundfahrt in und um Aurangabad und einen Tag nach Elora, das auch gute 30 km von Aurangabat entfernt ist. Ok, 5.500 Rupien Endpreis sind in Indien ein Monatsverdienst, aber beim aktuellen Wechselkurs von 66 Rupien für 1 Euro für uns dagegen steinreiche Westeuropäer „nur“ ca. 85,- Euro, und das auch noch für einen fetten Jeep der indischen Marke Tata. Deshalb ohne das hier sonst übliche Handeln sofort zugesagt. Solch günstige Taxipreise kennen wir weltweit seit Jahren kaum noch, normalerweise gibt es hierfür maximal einen klapprigen Kleinwagen. Und wer indische Straßen kennt, weiß, was für ein Komfortvorteil ein großer Jeep dagegen bietet.
In 10 Minuten sind wir da. In unserem 5 Sterne Ambassador. Mangels vakanter Mittelklassealternativen hatten wir uns hier eingebucht. Klar, total überbewertet, aber mit 70,- Euro für das saubere Zimmer die Nacht inklusive Frühstück noch im Rahmen. Entscheident war bei der Wahl der große Pool, der nach den anstehenden ultraharten Touren echte Labsal für unsere dann ausgekochten Leiber verspricht. Ein unverzichtbares Detail hier im glühendheißen, staubigen und unwirtlichen Herzen von Indien, nur die wenigsten Hotels bieten diesen Luxus.
Pünktlich um 8 verlassen wir am nächsten Morgen das Hotel und halten vergeblich Ausschau nach unserem Tata. Telefonisch behauptet unsere Taxifirma, dass der eigentlich hier sein müsste. OK, um 8:20 Uhr ist es dann endlich soweit, der Wagen rollt auf das Hotelgelände. Seit Jahrzehnten werden wir mit überpünktlichen Fahrern in Fernost geradezu verwöhnt, was ist hier los?

Der Fahrer sagt freundlich „Good Morning“, das war es dann aber auch. Er ist der englischen Sprache nicht mächtig. Und das in einem Land, in dem Englisch im Business durchgängiger Standard ist.
Ok, wir haben ja unser dickes Stefan Loose Reisehandbuch dabei. Unser heutiges Ziel Ajanta ist immerhin anerkanntes UNESCO Weltkulturerbe und wird so schon ausgeschildert zu finden sein. Da wir unterwegs aus dem fahrenden Auto auch noch fotografieren und filmen wollen, soll der Fahrer zwischendurch auch anhalten oder zumindest langsam fahren. Schwierig, schwierig, auch unsere Gebärden bleiben meist unverstanden. So greift er immer wieder zum Mobiltelefon, wählt seinen Arbeitgeber, welcher dann unsere Fragen beantwortet.
Nach zweieinhalb Stunden sind wir endlich da. Ein Pulk sehr penetranter Händler quillt aus den unzähligen Shops am Eingang raus auf den Parkplatz, es offenbart sich das Indien, vor dem sich viele Reisende geradezu fürchten. Mit hilflosem „yes yes“ abgetrotzte Versprechungen, zumindest nach Rückkehr von den Höhlentempeln dann die allzu heftig beworbenen Souvenirshops zu besuchen. Keiner unserer Blicke, keine unserer Gesten bleibt von den Händlern unbeobachtet und in eine Kaufabsicht umgedeutet. Nichts wie weg hier, der Shuttlebus wartet, der uns die letzten vier Kilometer zu den Höhlentempeln von Ajanta bringt. Es ist nun bereits 11 Uhr, der Planet steht senkrecht am Himmel und brennt unerbärmlich. Gottseidank ist es in den Höhlen etwas erträglicher und die Hitze, im Schatten herrschen weit über 40 Grad, ist recht trocken.
Ein Wunder tut sich uns auf, alle Strapazen der weiten Reise haben sich gelohnt. Welche Pracht, welche Einmaligkeit. Die 29 Höhlentempel wurden tief in die hohe senkrechte Felswand getrieben, die sich malerisch um eine Flussbiegung windet. Für die unzähligen Säulen, Statuen, Kammern und Bildnisse wurde in architektonischer Höchstleistung kein Baumaterial in die Höhlen eingebracht, sondern alles rein monolithisch präzise aus dem vorhandenen Felsmassiv herausgehauen.

An dieser Stelle passt eine Anekdote um den berühmten italienischen Künstler Michelangelo:

Die Statue des Michelangelo

Eines Tages wurde Michelangelo von einer reichen Familie beauftragt, eine Statue von außergewöhnlicher Schönheit zu erstellen. Er suchte daraufhin nach einem geeigneten Marmorblock. Nach einer ganzen Weile fand er in einer Seitenstraße einen fast vollkommen von Unkraut überwucherten Block, der dort vergessen worden war. Diesen Marmorblock ließ Michelangelo von seinen Arbeitern in sein Atelier bringen.
Dann begann er damit, die Statue des David aus dem Stein zu hauen. Dafür brauchte er zwei ganze Jahre. Und zwei weitere Jahre dauerte es, bis er die Statue durch Schleifen und Polieren fertig stellte.
Als die Statue feierlich enthüllt wurde, waren viele Menschen gekommen, um die unvergleichliche Schönheit des David zu bewundern. Man fragte Michelangelo, wie es ihm denn möglich gewesen war, eine so wunderschöne Statue zu erschaffen.
Der Bildhauer sprach: “Der David war immer schon da gewesen. Ich musste lediglich den überflüssigen Marmor um ihn herum entfernen.”

Unglaublich. In vielen der Höhlen sind noch großflächige Wandmalereien erhalten, so dass hier das fotografieren mit Blitz verboten ist, angeblich schadet das Blitzlicht den Bildern. Immerhin findet sich in diesen nur schummrig erleuchteten Höhlen meist ein Geländer, auf das sich die Kamera auflegen lässt und somit Langzeitbelichtungen von 1-2 Sekunden möglich sind. Ein Stativ schleppe ich nie auf unsere vielen Reisen in die Ferne mit, zu hinderlich wäre das bei unseren ausgedehnten Trecking- oder Motorradtouren fernab ausgetretener Pfade.
Glück haben sie gehabt, die buddhistischen Höhlentempel von Ajanta. Dank Jahrhunderte langer Verschüttung und Überwucherung wurden die Eingänge unsichtbar und die Höhlen damit vergessen. Gut, nur so wurden sie auch von den religiösen Eiferern im Mittelalter der auch leider hier mit dem Schwert eindringender Islamisten übersehen und vor deren Zerstörungswut bewahrt. Ganz im Gegenteil zum den unweiten Höhlentempeln von Ellora, wo Allahs Gefolgsleute mit brutaler Wut schlimmste Zerstörungen und Beschädigungen an den Kunstwerken der für sie „Ungläubigen“, also der Buddhisten, Hinduisten und Jainisten vollführten.
Deren Hass auf Andersgläubige ist leider bis heute ungebrochen, nur wenige Jahre ist es her, als die Islamisten in Afghanistan sich über den Schutz der UESCO hinwegsetzten und weltweite Schlagzeilen machten, in dem sie die in den Fels gehauenen riesigen 54 Meter hohen Buddha-Statuen von Bamian sprengten, die im 6. Jahrhundert von buddhistischen Mönchen in den Felsen geschlagen worden waren. Auch dies ein unersetzlicher Verlust für die Menschheit auf dem Konto dieser unerträglichen Rechthaber.
Fast fünf Stunden lassen wir uns Zeit, auch wirklich alle der Höhlentempel, die bis zu 30 Meter breit, 15 Meter tief und 4 Meter hoch sind, intensiv zu begutachten. Über 30 Jahre wurde an einer Höhle gebaut, und das vom 2. bis zum 5. Jahrhundert nach der Zeitenwende.

Im 5. Jahrhundert erreichte eine Welle der Feindlichkeiten gegen Buddhisten in ganz Indien auch dieses abgeschiedene Tal. Die Buddhisten wurden vertrieben. Die Höhlen gerieten, gottseidank unzerstört, einfach in Vergessenheit.

Im April 1819 passierten Angehörige der britischen Madras-Armee das Ajanta-Ghat. Während einer Tigerjagd ergründete der britische Kavallerieoffizier John Smith die kaum zugängliche Schlucht und entdeckte die seit Jahrhunderten verwaisten Höhlentempel, die danach nach und nach freigelegt und zugänglich gemacht wurden.

Sehr erfreulich ist, dass das Fotografieren nicht gänzlich verboten ist, wie weltweit zunehmend bei Kulturdenkmälern dieses Kalibers. So lege ich los, ab 13 Uhr „stört“ fast kein anderer Besucher mehr meine Perspektive, es ist mit nun bestimmt 45 Grad im Schatten für die meisten Leute zu heiß. So kann ich, im Jagdfieber kenne ich keinen Schmerz, in Summe viel Licht durch mein exzellentes Carl Zeiss Vario Sonnar 24-120 auf den Sensor meiner legendären Sony R1 jagen. Der Verschluss der Kamera klickt an diesem Tag viele hundert mal. Welche Beute, welcher Lohn.
Der Spießrutenlauf auf dem Rückweg durch die bellenden Händlerscharen ertragen wir nun fast mit beschwingter Freude, als gefühlter Sieger des Tages gönnen wir uns noch ein, von dutzenden leer ausgegangener Händler begafftes, Cola und entschwinden dann in unserem Tata. Nicht ohne vorher feststellen zu müssen, dass es wirklich noch zentimeterdick zugeschissene Klos gibt, die zu Beginn des 3. Jahrtausends zumindest an Kulturstätten mit einem Eintrittsgeld von 250 Rupien der Indischen Vergangenheit angehören müssten.

Auf dem Rückweg halten wir mehrfach vor Häusern, deren Art und Zustand durchaus als biblisch bezeichnet werden kann. Die Wasserbüffel liegen ohne eigenen Unterstand in der glühenden Hitze einfach vor den Häusern auf dem Boden, auch hier ist, wie meist bei unseren Fotorecherchen in der gesamten sogenannten 3.Welt, die extreme Armut der Menschen für uns Fotoromantik pur – welch ein bitterer Widerspruch.
Weit über die Hälfte unseres Gepäckvolumens, uns selbst genügen in Asien je 5 kg Gepäck, haben wir ab Deutschland in unseren Koffern genutzt, um abgelegte, aber noch gute Kinderklamotten und auch taugliches Spielzeug mitzubringen. So bilden sich Trauben von Kinder um uns, um auch etwas zu erhaschen. Dass die in der dritten und vierten Reihe um uns stehenden Erwachsenen den Kinder die „neuen“ Sachen gleich wieder wegreißen, kennen wir seit Jahren, irgendwie werden die das schon regeln... (Hits: 2290)

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Hoehlentempel  Ajanta 001
Hoehlentempel Ajanta 001 (Samuel)
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Hoehlentempel  Ajanta 002
Hoehlentempel Ajanta 002 (Samuel)
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Hoehlentempel  Ajanta 003
Hoehlentempel Ajanta 003 (Samuel)
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Hoehlentempel  Ajanta 004
Hoehlentempel Ajanta 004 (Samuel)
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Hoehlentempel  Ajanta 007
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Hoehlentempel  Ajanta 008
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Hoehlentempel  Ajanta 009
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